Über mich

Meine Name ist Florian Bringmann. Kurz: Flolle. Ich bin das Gesicht, das hinter CrossnerD steckt und dass du mich etwas kennen lernen kannst, gibts hier ein kleines Interview mit mir selbst. Strange, aber wahr:


Hi Flolle, schön dich zu treffen. Lass uns doch mal ganz locker starten. Erzähl uns doch kurz etwas über deine Heimat.

Ja gerne. Ich bin im Nordschwarzwald aufgewachsen. In Würzbach. Das ist ein kleines Dorf in der Nähe von Calw. Echt schön da. Viel Wald und Natur. Und naja, bis vor kurzem auch mit, sagen wir bescheidenem Internet. Das fehlte mir in meiner Kindheit auch fast komplett. Hat echt bis in die späte Jugend gedauert, bis wir mal ohne ISDN an das WWW angeschlossen waren.

Puh, das muss aber schon ewig her sein oder? Kann man denn ohne Internet überhaupt aufwachsen?

(lacht) Ja das geht schon. Wir hatten ja einen Fernseher und das Anime Nachmittagsprogramm hat mich da ganz gut über Wasser gehalten. Pokemon, Digimon, Dragonball und Co haben mich da schon sehr geprägt. Aber in meiner Jugend hab ich auch schon gezockt. Halt weniger Mulitplayer im Internet.

Was waren denn so deine Lieblingsspiele damals? Kannst du uns da etwas mit hinein nehmen?

Natürlich. Ein Spiel, das ich stundenlang gezockt habe, war „die Sims 2“. Ha, ich weiß, nicht gerade der Burner und das erwartet man vielleicht auch nicht direkt. Aber irgendwie hat es mich doch sehr gepackt. Aber die Rollenspiele dürfen natürlich nicht fehlen. Eines meiner aboluten Lieblingsgames war Gothic 2. Ich hatte zwar kein Diablo gespielt, aber dafür einen deutschen Ableger. Sacred. Das Looten und Leveln ging da mindestens genauso gut. Ich muss sagen, ich hab ziemlich viel Querbeet gespielt. Häufig das, was in der Gamestar als CD mitgeliefert wurde. Später kam dann ein Spiel hinzu, in dem ich vermutlich bis heute am meisten Spielstunden versenkt habe. Skyrim. Es war mein erstes Elder Scrolls und was soll ich sagen: Bei der Questflut und den Modding Möglichkeiten kann man ja nur begeistert sein. Auch wenn es Schwächen hat.

Das ist ja eine ganze Menge. Aber was begeistert dich denn am Gaming? Was macht den Reiz für dich aus?

Es hat mehrere Aspekte. Aber eines ist ganz klar das betreten von anderen Welten. Das klingt jetzt etwas hochtrabend, aber ich meine damit, dass du für das ein oder andere Stündchen den Alltag vergessen kannst, ein anderer Mensch bist und eine Geschichte erlebst.

Man könnte auch kritisch sagen, du fliehst vor deinen Problemen, oder?

Ist es denn automatisch was Schlechtes? Versteh mich nicht falsch, mir ist schon klar, dass ein Leben in einer virtuellen Welt nicht ersetzen kann, was wir in der realen Welt erleben. Auf der anderen Seite können wir dort ausbrechen aus bekannten Mustern, probieren aus, testen uns und lernen auch dort Dinge, die wir in unseren Alltag übertragen können. Zudem unterscheidet sich das Eintauchen in eine Geschichte nicht sonderlich vom Lesen eines Buches oder das Sehen eines Filmes. Ja, ich brauche manchmal die Flucht in ein Spiel. Aber ich kehre ja auch wieder daraus zurück.

Das ist auf alle Fälle eine interessante Betrachtungsweise. Du bist ja Christ, wie kannst du das Zocken mit deinem Glauben in Einklang bringen?

Die Frage höre ich öfter. Warum muss es denn ein Widerspruch sein zu Glauben und zu zocken? Ich kann ja auch Glauben und Fußball spielen oder Glauben und Schauspieler sein. Ich kann glauben und Bänker sein. Überall könnte man sagen, es gibt Fälle und Praktiken, die mit einem christlichen Glauben nicht vereinbar sind. Für mich ist Glaube ein vertrauensvolle Beziehung mit Jesus Christus. Und die kann ich auch während dem Zocken haben. Und klar, da gibt es Inhalte, die sind schwer verdaulich oder manche sogar komplett konträr zu einem christlichen Weltbild. Wenn ich als Christ vor diesen Dingen einen Rückzieher mache, dann ziehe ich mich aber mehr und mehr in einen Elfenbeinturm zurück. Ich verliere den Kontakt zu Menschen ohne einen Glauben an Jesus. Wenn ich aber meinen Glauben ernst nehme und das biblische Zeugnis lese, dann waren Christen schon immer genau dort, wo es unbequem ist. Sie lebten in Städten und unter Menschen, die andere Vorstellungen hatten. Und sie haben sich in diesem Kontext davon abgegrenzt.

Wenn ich ein Spiel spiele und Inhalte sehe, die nicht mit meinem Weltbild zusammenpassen, dann kann ich sie noch immer einordnen und kann versuchen die Menschen zu verstehen, die das programmiert haben und die das, wie ich, spielen.

Aber macht das nicht etwas mit deinem Glauben und deiner Persönlichkeit? Also stumpfst du da nicht ab?

Ich glaube an einen starken Gott. Es gibt Inhalte und Spiele, die finde ich schlicht geschmacklos. Ich muss mir ja nicht alles reinziehen. Und es gibt Inhalte, die sind völlig unabhängig von meinem Glauben einfach unpassend. Da schalte ich dann auch ab. Es ist jetzt nicht so, dass ich mir bedingungslos alles reinziehe. Oder manches macht mir einfach keinen Spaß. Ich bin beispielsweise kein großer Fan von Shootern. Nicht etwa, weil ich aufgrund meines Christseins keine Gewaltspiele spielen wollte. Es reizt mich einfach nur nicht. Etwas anderes ist es aber beispielsweise auf einer LAN-Party damals. Mit guten Freunden eine Runde Unreal Tournament zocken hat Laune gemacht. Weniger wegen dem Geballer, sondern mehr aufgrund des Wettkampfes. Und bevor die Frage nach Gewalt in Videospielen weiter geht: Ich werde bei einer Runde Mario Kart wahrscheinlich deutlich aggressiver als bei einem Shooter.

Lass uns doch noch mal zu deinem Glauben zurück kommen. Kannst du uns vielleicht kurz mit hinein nehmen, wie du Christ wurdest und was dir dein Glaube bedeutet?

Kurz ist gut. Das würde vermutlich Seiten füllen um alles zu erzählen. Da ich keine religiöse Familie habe, war für mich die spannende Zeit das frühe Teenageralter. Wie es so auf dem Dorf üblich ist, kommt irgendwann das Konfirmandenjahr. Wie viele in meinem Alter wollte ich am Ende schlicht das Geld abgreifen. Wobei ich schon etwas interessierter war. Viele meiner Freunde waren mit mir dort und die meisten von ihnen waren doch eher in christlichen Familien aufgewachsen. Also wollte ich das Jahr nutzen um selbst mal zu prüfen, was da eigentlich dran ist. Und naja, ich habe die ein oder andere Sache mit Jesus erlebt. Wie sagt man so schön, nicht ich habe ihn gefunden, sondern er mich. Es gab nicht den einen Moment. Es war das Jahr, das mich geprägt hatte. Ich ging dort weiter in die Gemeinde, lernte Jesus mehr kennen und engagierte mich dort.

Und zu deiner zweiten Frage: Für mich bedeutet Glauben Beziehung. Klar, das ist gar nicht so einfach mit einem Etwas, das man nicht sieht und wahrnimmt, wie man es sonst so tut. Aber ich erlebe immer wieder, dass es so ist. Dass es um Vertrauen geht, um Anteilnahme. Das Zentrum meines Glaubens ist Jesus. Mit ihm unterwegs sein und immer wieder mich zu reflektieren. Er nimmt mir die Angst vor Entscheidungen, vor Krisen und vor Menschen. Zumindest dann, wenn ich mich mit ihm austausche und darauf schaue, wie sehr er mich lieb hat und das mich nichts von seiner Liebe trennen kann.

Wow. Vielen Dank für das Interview.

Gerne. Mir ist noch wichtig zu sagen, dass man mich gerne fragen kann. Kontaktiert mich über die angegebenen Kanäle.